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Wie wichtig ist die biologische Wertigkeit von Proteinpulvern?

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Weit verbreitete Meinung: Tierische Proteinpulver sind besser als Pflanzliche auf Grund Ihrer höheren biologischen Wertigkeit!

 

Was ist die biologische Wertigkeit?

 
Zunächst sollten wir kurz die Begrifflichkeit der biologischen Wertigkeit erklären. Die biologische Wertigkeit von Nahrungsproteinen dient als Maß dafür, wie effizient dein Körper das Nahrungsprotein in körpereigenes Protein umwandeln kann.
Es liefert allerdings keine Auskunft über den Proteingehalt eines Lebensmittels.
Denn es gibt Lebensmittel, die zwar über eine höhere biologische Wertigkeit verfügen als andere, dafür aber auf 100g einen geringeren Proteingehalt besitzen. 
Beispiel: Kartoffeln haben eine höhere biologische Wertigkeit, als Geflügel, beinhalten auf 100g aber weniger Proteine.
 
Vielmehr geht es um die Aminosäuren-Zusammensetzung und wie effizient der Körper aus dieser Zusammensetzung körpereigenes Protein synthetisieren kann. 
 

Welches Protein hat die höchste biologische Wertigkeit?

 
Das Hühnerei (Vollei) wurde hier als Referenzwert auserkoren (relativ willkürlich) und hat eine biologische Wertigkeit von 100. Das bedeutet allerdings auch nicht, dass das Nahrungsprotein eines Volleis zu 100% in körpereigenes Protein verwandelt wird. Wenn dem nämlich so wäre, würde das bedeuten, dass dein Körper mehr körpereigenes Eiweiß erzeugen kann, als du über ein Lebensmittel zu dir nimmst, denn es gibt auch Lebensmittel, die eine biologische Wertigkeit größer als 100 besitzen, wie z.B. Molkenprotein. 
Es bedeutet lediglich, dass der Körper mengenmäßig weniger Nahrungsprotein eines Molkenproteins zuführen muss, um die selbe Menge an körpereigenen Protein zu synthetisieren, wie bei einem Vollei.
 
Viele Hersteller werben nun mit ihren Proteinpulvern mit einer hohen Wertigkeit. 
Was genau ist denn damit nun gemeint und wie aussagekräftig ist diese Behauptung?
 
Hier geht es meist um das Aminosäurenprofil, deren Zusammensetzung und Vollständigkeit.
 
Veganen Proteinpulvern zum Beispiel wird häufig nachgesagt, dass sie über eine nicht so hohe biologische Wertigkeit verfügen und auch das Aminosäureprofil nicht vollständig sei. Es ist so, dass eine von den 8-9 essentiellen Aminosäuren in vielen pflanzlichen Proteinpulvern weniger bis gar nicht vorhanden ist. 
 

Wie kann man die biologische Wertigkeit von Proteinen erhöhen?

 
Allerdings ist es möglich durch die Kombination verschiedener Lebensmittel die Aminosäuren-Zusammensetzung zu optimieren und demnach auch die biologische Wertigkeit einer Mahlzeit zu erhöhen. 
Heißt also auch: Der Körper ist in der Lage die Aminosäuren aus verschiedenen Lebensmitteln zu summieren. 
 
Außerdem wurde mittlerweile auch herausgefunden, dass nicht die Wertigkeit pro Mahlzeit entscheidend ist, sondern die Summe der am Tag konsumierten Lebensmittel bzw. Aminosäuren.(1)
 
Isst du also über den Tag verteilt verschiedene Proteinquellen ergänzt dein Körper verschiedene, noch unvollständige Aminosäuren-Profile zu einem Vollständigen. Somit ist es zum Einen nicht notwendig verschiedene Proteinquellen zur selben Zeit, also in z.B. einer Mahlzeit zu konsumieren und zum Anderen kann auch die Aufnahme verschiedener, pflanzlicher Proteinquellen eine vollständige Versorgung sicherstellen. Damit sind pflanzliche Proteinquellen bzw. Proteinquellen nicht minderwertiger, als tierische. Ebenfalls kann man durch verschiedene Methoden wie Einweichen, Fermentieren die Wertigkeit von pflanzlichen Lebensmitteln erhöhen. 
 

Wann ist die biologischen Wertigkeit von Proteinen wichtig?

 
Meiner Meinung nach ist eine Aussage über die Wertigkeit nur dann aussagekräftig und entscheidend, wenn du dich  täglich auf lediglich eine Proteinquelle konzentriert!
 
(1) Quelle: VERNON R YOUNG and PETER L PELLET; 1994 „Plant Proteins in relation to human protein and amino acid nutrition“